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Herzlich willkommen!

Trauernde in den Alltag einbinden

Man müsse die Trauernden in den Alltag einbinden, ohne dass sie den Schmerz um den Verlust der geliebten Person deswegen verleugnen müssten. Tränen, so Cardinal, sollten mit Stolz getragen werden. Auf keinen Fall sollte die Trauer verdrängt werden, denn dies sei die schlechteste Lösung. Claudia Cardinal beschreibt ihre Aufgabe als Sterbeamme als die „Heilung der Trauer“. Der Weg dahin sei nicht leicht, meint sie. „Die Trauer ist ein ödes Land, das dunkel, unbekannt und ungewollt ist und erst mühsam fruchtbar gemacht werden muss.“ Nach der Erfahrung von Claudia Cardinal können alle Abschnitte eines Abschieds durch den Tod mit den Phasen einer Schwangerschaft und Geburt verglichen werden. Unweigerlich entwickelt sich der Prozess – das Sterben – auf den Tod/die Geburt hin. Sterbende werden in eine neue Existenz hinein geboren, lassen eine alte Hülle hinter sich, sie verlassen eine Gemeinschaft“, sagt Cardinal. Der Mensch in unserer Gesellschaft sterbe sehr schwer, da er ja viele geliebte Menschen zurücklassen müsse. „Denn im Unterschied zu einer Geburt, steht beim Tod nicht die Begrüßung, sondern der Abschied von lieben Menschen im Raum“, sagt Cardinal.

Sinnkrise für die Hinterbliebenen

Der Tod eines geliebten Menschen kann die Hinterbliebenen, je nachdem, wie sie zu dem Verstorbenen standen, in eine tiefe Sinnkrise versetzen. Es breitet sich das Gefühl von Sinnlosigkeit aus. „Das ist gefährlich“, sagt die Sterbeamme. Allein die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit kann schon ausreichen, um alle Beteiligten in einen zehrenden Widerstreit zwischen Angst und Hoffnung zu bringen. Noch nach Jahren können bei Trauernden „körperliche und psychische Probleme entstehen. Zeit ist relativ, wenn es um Abschiedsschmerzen geht. Krankheiten, die aus der ungeheilten Trauer und schmerzhaften Sehnsucht heraus entstehen können, sind in unserer Gesellschaft und Arbeitswelt jedoch weitgehend unbeachtet“, sagt Cardinal. Sie hilft den Menschen, einen Weg aus der Trauer zu finden. „Eine Krise ist eine gefährliche Chance.

Es ist schwer, Katastrophen in etwas Heilsames zu verwandeln, denn wie so etwas Großes errungen werden kann, hat uns niemand beigebracht“, sagt sie weiter. Sterbeammen oder auch Sterbegefährten sind darin ausgebildet, der Ohnmacht der Betroffenen zu begegnen und ihnen zu helfen, damit fertig zu werden. Diese Beratung und Begleitung, die hilft, einen Weg aus der Angst zu finden, sei eine Prävention vor Krankheiten und die Chance für inneren Frieden. „Die Arbeit von Sterbeammen/Sterbegefährten beginnt dann, wenn ein Mensch die eigene Sterblichkeit erkennt und Angst der Begleiter seines Alltags wird“, sagt Claudia Cardinal und sie zitiert den Dichter Michel de Montaigne:

Wenn wir eine weise Frau brauchen, um uns ins Leben zu begleiten, so brauchen wir jemand ebenso weisen, uns wieder hinaus zu begleiten.


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Es gibt ein erkennbares großes Bedürfnis in unserer Gesellschaft nach der Entwicklung von effektiveren Wegen, den spirituellen, emotionalen und körperlichen Bedürfnissen der Menschen zu begegnen, die dem Tod oder einer schweren Krankheit gegenüberstehen.

Trotz großer Fortschritte in der medizinischen Technologie ist es offensichtlich, dass grundsätzliche Fragen an den Grenzen von Leben und Tod keine Angelegenheit von technischen oder wissenschaftlichen Lösungen sind.

Wenn wir herausfinden, dass wir eine chronische Krankheit haben oder nur noch einige Monate oder Jahre zu leben haben, kann sich unser Leben dramatisch verändern. Es entsteht ein tiefes Bedürfnis, Bedeutung, Erkenntnis, Frieden und Vertrauen zu finden. Unsere gewohnten Wege, Selbstwert durch unsere Beziehungen, Arbeit und Träume für die Zukunft zu finden, wird jetzt durch ein brennendes Verlangen ersetzt, etwas viel Essentielleres, Wesentlicheres zu finden.

Diese Suche nach einer tieferen Bedeutung kann eine transformierende Erfahrung sowohl für den Kranken oder Sterbenden sein, als auch für diejenigen, die sie zurücklassen. Dieser Prozess könnte in einer spirituellen Tradition oder einer authentischen Spiritualität verwurzelt sein, oder auch nicht.
 

Seelisch- Spirituelle Betreuung bedeutet, die Umgebung zu erschaffen, die es diesem Prozess erlaubt, sich durch seine oft schwierigen, manchmal schmerzhaften und letztendlich sinnvollen und lohnenden Phasen zu entfalten.


Die westliche Medizin sieht den Tod als einen Feind, gegen den man kämpfen und den man verneinen muss. Wir neigen dazu, den Tod zu fürchten, möchten ihm so lange nicht ins Gesicht sehen, bis wir von den Umständen dazu gezwungen werden.

Im Licht modernen psychologischen Verstehens, spiritueller Weisheit und mitfühlender medizinischer Wissenschaft ist seelisch-spirituelle Unterstützung für Sterbende und ihre Familien ein wichtiger Beitrag zu einem menschlicheren Dasein.

Wir verbinden Ausbildung in der Arbeit mit Sterbenden mit authentischer spiritueller Einsicht, und finden eine Balance zwischen den Erfahrungen aus der Arbeit mit sterbenden Menschen und einem klarem Verstehen der Vorgänge im Sterben aus der Sicht der transpersonalen Psychologie und den Weisheitstraditionen dieser Welt.



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